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Wie Schule gelingt: Eine knappe Conclusio

(Davor: ‚Dromeda‘: Hin zur Eindeutigkeit)


Wenn man mit dem Interesse an Innovation auf das Schulwesen und die entdeckte Fallstruktur  blickt, dann lautet die knappe Conclusio:

  1. Schule gelingt als Resonanzraum von Menschen für Menschen. Menschen, die einander – auf Augenhöhe – respektieren und anerkennen, so wie sie sind, neugierig und bereit zur Kooperation. So bringen sie ihre unterschiedlichen Erfahrungen in ein fruchtbares Verhältnis.
  2. In diesem Resonanzraum kann es den Sich-Bildenden gelingen, sich der eigenen Autonomie bewusst zu werden. Denn in jeder krisenhaften Handlung (in eine ungewisse Zukunft) kann das jeweilige Subjekt sich an den Spuren seiner eigenen Handlung erkennen.
  3. Dieser Prozess des Bewusstwerdens und der Individuierung des sich bildenden Subjekts wird grundsätzlich dialogisch und letztlich im Medium der Sprache vollzogen, auch wenn überaus starke weitere Ausdrucksmedien daran beteiligt sind.
  4. In einer in hohem Maß arbeitsteiligen und ökonomisch rationell ausdifferenzierten Gesellschaft ist auch das Schulwesen nach ökonomischen Gesichtspunkten der Sparsamkeit organisiert und verwaltet. Aber diese ökonomischen Gesichtspunkte und ihre Rationalität dürfen nicht zur Richtschnur für das pädagogische Handeln werden. Vielmehr sind die pädagogischen Aufgaben und Leitlinien aus der Analyse der strukturellen Herausforderungen von Bildungsprozessen zu gewinnen.
  5. Die Prozesse wie auch die Erkenntnisse der vorliegenden Fallrekonstruktion beruhen auf der Objektiven Hermeneutik und ihren Konstitutions- wie auch Gegenstandstheorien, die im analytischen Paradigma von ‚Krise und Routine‘ ihres Hauptvertreters Ulrich Oevermann (vgl. Oevermann 2016) geschaffen wurden.
  6. Sowohl das Datenmaterial, Ernas Zeichnungen und Reflexionsblätter als auch die dahinterstehende pädagogische Praxis „Kompetenzmappe“ wurden ausdrücklich als Beitrag zur Innovation des Schulwesens der wissenschaftlichen Analyse angeboten. Das Ergebnis der Studie wurde sodann auch in einem gewissen Ausmaß für die Innovation des Bildungswesens aufbereitet.
  7. Allerdings sind manche wichtige Herausforderungen möglicher Schulinnovation, wie die genauere Bestimmung der Professionalisierungsbedürftigkeit pädagogischer Berufe oder gar die Überarbeitung des Schulrechts zur systematischen Berücksichtigung der Autonomie der Sich-Bildenden, nur am Rande bearbeitet. Diese Fragen (wie auch die Erweiterung der Datengrundlage) bedürften also weitergehender Forschungen. Dies sollte in möglichst engerVerbindung mit Entwicklungen in der Praxis des Unterrichts und an Schulstandorten sowie mit der Koordination, Verwaltung und Steuerung der pädagogischen Angelegenheiten des Bildungswesens insgesamt erfolgen.